Konradsdorfer Kultursommer 2024

Klosterkirche Konradsdorf (Foto: Michael Leukel)

Klosterkirche Konradsdorf (Foto: Michael Leukel)

2024 startet eine neue Veranstaltungsreihe im Kloster Konradsdorf, das 2023 nach aufwendigen Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten eröffnet wurde und seitdem eine herausragende Sehenswürdigkeit in der Wetterau darstellt. Mit dem Konradsdorfer Kultursommer präsentiert der Veranstalter Landpartie Kultur in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen (SG) drei ausgesuchte klassische Konzerterlebnisse im historischen Ambiente der stauferzeitlichen Klosterkirche.

„Kloster Konradsdorf zählt zu den schönsten und qualitätsvollsten Bauten der Romanik in Hessen. Dieser besondere Ort ist für unsere Besucherinnen und Besucher durch eine Dauerausstellung erlebbar, bietet aber auch einen atmosphärischen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen“, sagt SG-Direktorin Kirsten Worms. „Ich freue mich, dass der Verein Landpartie Kultur das Kloster mit einem hochkarätigen musikalischen Programm bereichert, das der Aura dieses Kulturdenkmals gerecht wird.“ „Die romanische Klosterkirche Konradsdorf hat neben ihrer wunderschönen Atmosphäre auch eine großartige Akustik, die sich besonders für Kammermusik sehr gut eignet“, ergänzt Musiker und Veranstalter Christoph Dorner vom Verein Landpartie Kultur „Wir freuen uns daher, dass es uns gelungen ist, für den Beginn unserer neuen Veranstaltungsreihe drei hervorragende und sehr unterschiedliche Ensembles engagieren zu können!“

Konzertprogramm

Der Konradsdorfer Kultursommer beginnt am Samstag, den 24. August um 19 Uhr, mit dem Konzert „Das klassische Wien“ des Trios Fortepiano. Die drei Musikerinnen Miriam Altmann, Julia Huber und Anja Enderle präsentieren ein musikalisches Programm mit Klaviertrios von Joseph Haydn, Adalbert Gyrowetz und Ludwig van Beethoven. Das Musizieren auf originalen Instrumenten sowie eine historisch orientierte Spielweise bringen die Klarheit und Lebendigkeit dieser Musik besonders zur Geltung und ermöglichen eine größere klangliche Balance zwischen den Instrumenten. Das Trio Fortepiano nahm erfolgreich an internationalen Wettbewerben teil, gastierte in vielen europäischen Ländern und nahm mittlerweile drei CDs auf. Mitschnitte ihrer Konzerte wurden unter anderem von SWR und WDR produziert.

Den nächsten musikalischen Höhepunkt bildet ein Konzert des Gitarrenduos Kvaratskhelia am Samstag, den 7. September um 19 Uhr. Das Programm der Brüder Nick und David Kvaratskhelia trägt den Titel „Impressionen aus Spanien und Lateinamerika“ und umfasst Stücke der spanischen Komponisten Fernando Sor, Enrique Granados, Isaac Albéniz und Manuel de Falla, bevor es sich in der zweiten Hälfte mit Gitarrenmusik von Astor Piazzolla und Radames Gnattali südamerikanischen Kompositionen widmet. Das Gitarrenduo Kvaratskhelia, das drei CDs eingespielt hat, erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben, absolvierte Konzerte im In- und Ausland sowie in verschiedenen Fernseh- und Radioformaten.

Das abschließende Konzert des Konradsdorfer Kultursommers 2024 findet am Samstag, den 21. September um 19 Uhr statt. Die Musiker des Hába Quartetts widmen sich mit ihrem Programm „Intime Briefe, tschechische Streichquartette“ drei Werken tschechischer Komponisten: dem Streichquartett F-Dur op. 96 von Antonín Dvořák, dem Streichquartett in e-moll „Aus meinem Leben“ von Bedřich Smetana sowie dem Streichquartett „Intime Briefe“ von Leo Janacek. In allen drei Streichquartetten reflektieren die Komponisten jeweils einen sehr persönlichen Abschnitt ihrer Biographie. Die Musiker des Hába Quartett Sha Katsouris (Violine), Artur Podlesniy (Violine), Peter Zelienka (Viola) und Arnold Ilg (Violoncello) sind im hr-Sinfonieorchester tätig. Eine intensive Konzerttätigkeit, Rundfunkaufnahmen und Auftritte bei bedeutenden Festivals dokumentieren das hohe künstlerische Niveau des Ensembles.

Der Ticketpreis für die Konzerte beträgt jeweils 15,00 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Tickets sind ab sofort hier erhältlich. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich. Weitere Informationen hält die Website  der SG bereit.

Kloster Konradsdorf

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Kloster 1191, spätestens seit dem frühen 13. Jahrhundert war es nachweislich ein Damenstift des Prämonstratenserordens und erreichte seine Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert. Mit der Reformation begann der Niedergang, 1581 wurde der Konvent aufgelöst. Seitdem wurden die Gebäude überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Propstei und ehemalige Klosterkirche, die heute inmitten der landwirtschaftlichen Staatsdomäne Konradsdorf liegen, haben die Zeiten trotz jahrhundertelanger Vernachlässigung überdauert und zählen heute zu den wenigen Bauwerken in Hessen, die sich aus der Stauferzeit erhalten haben.

Die Propstei wurde ab 2018 denkmalgerecht instandgesetzt, die Kirche ab 2020. Die Maßnahme brachte neue Erkenntnisse zur Geschichte und Bedeutung des Klosters zutage, die sich den Besucherinnen und Besuchern in einer 2023 eröffneten Dauerausstellung erschließen, in der auch einige der kostbaren Fundstücke präsentiert werden. Die von der Agentur Exposition gestaltete Ausstellung nimmt die Klostergeschichte, aber auch die profane Nutzung der Anlage in den Blick und gibt somit einen anschaulichen Gesamtüberblick über die reiche Geschichte von Konradsdorf.

Veröffentlicht am: 06. Juni 2024