TourismusRegion Wetterau

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Stille Wälder und ein uralter Ozean

Die Wanderung führt durch stille tiefe Wälder mit herrlichen Eichen und Erlen. Wir wandern zu einem Geotop, das als Relikt eines urzeitlichen Ozeans Zeugnis gibt von den Kräften der Natur.

Vom Preiserlenhof gehen wir den breiten Forstweg am Waldrand in Richtung Osten. Vorbei an den großen Silos an der Biogasanlage wandern wir am Waldrand entlang und stoßen nach ungefähr einem Kilometer nah einem Rechtsknick auf ein Gatter (1). Rechts ist ein Türchen, sodass wir den Weg geradeaus weitergehen können. Nach einem weiteren Kilometer stoßen wir auf eine Wegekreuzung (2), halten inne und lauschen. Wir hören absolut nichts!

Rinderbügen leitet seinen Namen übrigens nicht von der Rinderzucht ab, sondern von der Eisenverarbeitung: von Rinne = Rennofen und büche = Bach. Die Braunkohle trat am Ortsrand in einer Stärke von etwa einem halben Meter zutage. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die „Zeche Hedwig“ eröffnet. Vom Zechenhaus, das wir nachher noch passieren, führt eine Drahtseilbahn zur Landstraße nach Büdingen, von wo der Weitertransport der Braunkohle mit Pferdewagen erfolgte.

An dieser Stelle, wo wir uns jetzt befinden, erzählt Lothar Keil, Hobbyhistoriker aus Büdingen, wurde bis zu einer Tiefe von 60 Metern Braunkohle unter Tage gewonnen. Weil sie nach dem Abbau nicht ordentlich verfüllt wurden, sind die Stollen zum Teil eingebrochen.

An der Wegekreuzung mehrerer Forststraßen gehen wir links (3) und überqueren den Waschbach. Wenn wir in das Gewässer schauen, sehen wir auch einige Steine. Es sind Tertiärquarzite, über die später noch zu berichten ist.

Wir wandern jetzt stetig bergan. Kurz vor der Kuppe verlassen wir die Forststraße und gehen nach rechts (4). Wir wandern jetzt unter uralten Eichen, imposante Baumgiganten wie man sie nicht oft zu sehen bekommt.

An der nächsten T-Kreuzung halten wir uns links, und bald darauf an der nächsten Verzweigung rechts. Über uns verläuft jetzt die Hochspannungsleitung, der Untergrund rechts und links von unserem befestigten Weg wird jetzt sumpfiger. Der prächtige Schwarzerlenbestand liebt diesen feuchten Untergrund.

Bei unserer weiteren Wanderung stoßen wir auf eine prächtige Eiche (5), die als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Hier gehen wir nach rechts und folgen dem weißen Doppelbalken mit dem der Vogelsberger Höhenclub diesen Wanderweg ausgeschildert hat. Linker Hand kommen alsbald gewaltige Felsen ins Bild (6).

Es ist das Geotop am Weißen Stein. Es handelt sich hierbei um Tertiärquarzite, das sind verdichtete Sandsteinschichten, die durch Verkieselung tertiärer Sande vor rund 25 Millionen Jahren entstanden sind. „Tertiärquarzite“, so berichtet Lothar Keil, „sind sehr dicht und hart und oft von weißlicher, hellgrauer oder gelblicher Farbe.“ Der Weiße Stein in Büdingen ist bei Weitem nicht der einzige mit diesem Namen. Auch in anderen Landesteilen wie der Eifel werden Tertiärquarzite als Weißer Stein bezeichnet. Zwei besonders schöne Exemplare hat Lothar Keil in seinen geologischen Park im Garten Kölsch in der Büdinger Altstadt aufgestellt.

An der nächsten Wegekreuzung verlassen wir den Doppelbalken und gehen scharf nach rechts (7). Wir kommen an eine platzähnliche Kreuzung (8) und gehen die breite Forststraße nach links und überqueren abermals den Waschbach.

Ein Stück wandern wir parallel zu diesem Bächlein und kommen an eine Wegekreuzung, die wir vom Hinweg schon kennen (3). Hier gehen wir links und stoßen nach mehreren Hundert Metern schließlich auf einen prächtigen Eichenhain. Hier befinden sich die Fürstengräber, derer zu Ysenburg (9).

Wir nehmen den Asphaltweg nach rechts. Vorbei am Rinderbügener Steinbruch verlassen wir den Asphaltweg in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts, und folgen dem Schotterweg bis zum Zechenhaus (10). Hier nehmen wir den Weg nach links, der uns nach rund 500 Metern zurück zum Ausgangspunkt bringt.

Länge

12 Kilometer 

Höhenmeter

230 m

reine Gehzeit

zweieinhalb Stunden

Streckenqualität

ein geschotterter und asphaltierter Weg, der sich auch nach schlechtem Wetter gut wandern lässt.

Startpunkt

Preiserle im Büdinger Stadtteil Rinderbügen. Nach der Brücke über den Seemenbach nach rechts in die Rinderbügener Hauptstraße, nach dem Ortsende geradeaus, hinter dem Preiserlenhof gibt es Parkmöglichkeiten

Anfahrt

Über Büdingen, die Landesstraße 310 in Richtung Kefenrod.

ÖPNV

Buslinie 24 von Büdingen nach Kefenrod über Rinderbügen; sonntags kein Verkehr. Wer mit dem ÖPNV kommt, für den verlängert sich die Wanderung um gut drei Kilometer.

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